Bearbeitungsgebühr Kredit

Früher war es üblich, dass Kreditinstitute Bearbeitungsgebühren für die Genehmigung von Krediten erhoben. Je nach Kreditinstitut und Betrag des Bankkredits, fielen verschieden hohe Bearbeitungsgebühren für den Kredit an. Diese Bearbeitungsgebühr wurden entweder von der Kreditsumme abgezogen, oder auf die Kredithöhe aufgerechnet. Da es keinen Richtwert oder bestimmten Betrag für diese Bearbeitungsgebühr gab, war es für den Kreditnehmer oft etwas undurchsichtig, was für eine zusätzlich Belastung durch die Bearbeitungsgebühr auf ihn zukam. Ein vermeintlich günstiger Kredit stellte sich des Öfteren, durch diese versteckten Kosten in Form von Bearbeitungsgebühren, als nachteilig für den Schuldner heraus. Mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs im Mai 2014 wurden die Bearbeitungsgebühren für Kredite als rechtswidrig erklärt. Kreditnehmer, die nach Januar 2004 einen Kredit erhalten hatten, konnten rückwirkend die bereits geleisteten Bearbeitungsgebühren einklagen und zurückerstattet bekommen. Im November 2016 legte das Bundesverfassungsgericht mit einem weiteren Urteil fest, dass Darlehensgebühren bei Bausparverträgen ebenfalls nicht rechtens sind. Die Begründung der Urteile liegt darin, dass die Vorbereitung zum Abschluss des Kreditvertrages und die Prüfung der Zahlungssicherheit des Kreditnehmers auch im Interesse des Kreditgebers liegt und somit nicht zu Lasten des Schuldners gehen darf. Die Bearbeitung des Antrags ist somit keine separate Leistung für den Kunden. Der Kreditgeber wird mit dem vereinbarten Zinssatz für seinen Aufwand entschädigt.